Antikes Petra: Das Fels-Wunder von Jordanien

❂ In Petra ist die Geschichte im wahrsten Sinne in Stein gemeißelt ❂  Die antike Felsenstadt, wo auch “Indiana Jones” gedreht wurde, liegt im Südwesten Asiens, genauer: in der Region Wadi Musa. Die Stadt ist nicht nur eine der größten Sehenswürdigkeiten in Jordanien. Sie gilt auch als eine der großen architektonischen Weltwunder. Folgerichtig wurde Petra 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

“Petra ist der herrlichste Ort der Welt!” Jede weitere Beschreibung sei sinnlos, da sie der Wirklichkeit niemals gerecht werden könne. So schwärmte einst T. E. Lawrence alias “Lawrence von Arabien” über dieses Juwel mitten in der Wüste.

Die antike Ruinenstätte, auch bekannt als “Grand Canyon” von Jordanien, liegt inmitten einer bergigen Wüstenregion im Nahen Osten, auf halbem Weg zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Akaba.

Dort wurden einst zahlreiche Tempel und Gräber – ja sogar eine ganze Stadt – direkt in den dort vorherrschenden, rötlich bis gelblich schimmernden nubischen Sandstein gemeißelt.

Die sogenannte “Rose City” ist nur durch eine enge Schlucht zu erreichen, an deren Ende der weltberühmte Felsentempel “Khazne al-Firaun” – auch bekannt als Schatzhaus des Pharaos” – steht.

Jedoch handelt es sich hier um ein Mausoleum – doch dazu später.

Petra ist eine 2000 Jahre alte Handels- und Königsstadt. Zusammen mit dem Küstenstädtchen Akaba am Roten Meer und der faszinierenden Wadi Rum-Wüste bildet sie das sogenannte “Goldene Dreieck” in Jordaniens Süden.


Petra als Filmkulisse

Wegen seiner einzigartigen Landschaft wurde Petra mehrfach als Filmkulisse genutzt. Zum Beispiel in “Sindbad und das Auge des Tigers” (Fantasyfilm), “Transformers – die Rache” (Action- & Science Fictionfilm), und vor allem im dritten Film der Indiana-Jones-Reihe von Steven Spielberg: “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug” (Abenteuerfilm ).

Die letzten Szenen von eben diesem Indiana Jones-Film entstanden im Siq und vor dem “Schatzhaus des Pharaos”, dessen Äußeres die Fassade des Gral-Tempels darstellt.


GESCHICHTE VON PETRA

Petra wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. von den Nabatäern gegründet, einem arabischen Volk in der Region des heutigen Jordanien.

Obwohl die Stadt nicht direkt an der Hauptroute lag, wurde Petra wegen ihrer strategisch günstigen Lage und besonderen Topografie zwischen schroffen Felswänden zu einem wichtigen Knotenpunkt für Handelskarawanen.

Diese sogenannte Gewürzroute verlief hauptsächlich über das Meer, und zwar von Ostasien und Südasien nach Arabien, Afrika und Europa. Um 300 v. Chr. lief das Transitgeschäft prächtig. Bei der Verladung der Gewürze, Edelsteine, Seide, Weihrauch und anderen kostbaren Güter vom Seeweg auf den Landweg erlangte Petra eine dominierende Position.

Im Jahr 106 n. Chr. wurde Petra von den Römern erobert und in die Provinz Arabia eingegliedert. Unter römischer Herrschaft erlebte Petra eine weitere Blütezeit, in der zahlreiche römische Bauwerke entstanden.

Nach dem Niedergang des Nabatäer-Reiches im 4. Jahrhundert n. Chr. und der Verlagerung der Handelsrouten nach Osten geriet das Handelsimperium in Vergessenheit. Und mit ihm seine wundersame Hauptstadt.


Riskante Entdeckung von unschätzbarem Wert

Seit der Zeit der Kreuzzüge hatte kein Europäer Petra mehr betreten. Um 1800 wussten nur noch wenige Gelehrte gerüchteweise von einer legendären, “aus dem Fels herausgeschlagenen Stadt” im Nahen Osten.

Erst im frühen 19. Jahrhundert wurden die Ruinen der Nabatäerstadt wieder entdeckt. Dieser Verdienst fällt dem Orientreisenden Johann Ludwig Burckhardt zu.

Am 22. August 1812 entdeckte der 32-jährige Schweizer dieses “Weltwunder” – und zwar nicht etwa durch Zufall, sondern aufgrund jahrelanger Vorbereitung. Und nicht zuletzt durch eine abenteuerliche List:

Basierend auf Quellenstudien und Erzählungen von Beduinen aus dem Ostjordanland, führte Burckardt unter dem Decknamen “Sheikh Ibrahim Ibn Abdullah eine Karawane an. Er gab vor, ein muslimischer Pilger und Händler zu sein, der auf der Suche nach dem Grab Aarons war- dem älteren Bruder von Moses und ersten Hohepriester der Israeliten.

Diese Tarnung war entscheidend, da die Region zu dieser Zeit für westliche Reisende gefährlich und der Zugang zu vielen Gebieten eingeschränkt war. Und so begab es sich, dass Burckardt als erster Europäer durch den Siq wandelte – nach über 600 Jahren! Allerdings konnte er sich nur einen Tag in Petra aufhalten. Trotz der extremen Zeitnot fertigte er etliche detaillierte Planskizzen des Geländes an, darunter auch die Fassade des “Schatzhauses des Pharaos”.

Ein Jahrzehnt nach seiner unschätzbar wertvollen “Entdeckung”, und 5 Jahre nachdem Burckardt in Kairo an der Ruhr gestorben war, wurden seine Tagebücher schließlich im Jahre 1822 veröffentlicht.

Doch auch dann war erst einmal Stillstand. Ein weiteres Jahrhundert sollte vergehen, bis 1924 die ersten systematische Ausgrabungen begannen.


TOUR DURCH DAS ANTIKE PETRA

Die Anreise von der Wüstenregion Wadi Rum nach Petra führt über den Al-Madhbah. Dies ist ein Teil des größeren Gebirgszugs des Al-Hassa-Gebirges, in dessen Herzen die Felsenstadt verborgen liegt.

Bereits der Blick von oben auf diese dramatische Gebirgslandschaft ist überwältigend. Und wie wir es schon in Wadi Rum gesehen haben: Das Wechselspiel der Farben auf dem Gestein – von Rosa bis Rot, von Ocker über Orange bis Gelb – ist ein Faszinosum für sich.

Wenige hundert Meter nach dem “Petra Visitor Center” in Wadi Musa tauchen am rechten Wegrand die ersten Denkmäler auf: Die Djin– (Geister-) Grabblöcke.

Die Beduinen glaubten, dass Geister in den Steinblöcken wohnen – daher der Name. Vermutlich sind die Gräber im 2. oder 3. Jahrhundert v. Chr. entstanden und gehören so zu den ältesten Bauwerken von Petra.

Auf der anderen Seite des Weges zur Felsschlucht von Petra, dem Bab Al Siq, (Tor zum Siq), befindet sich das von vier pyramidalen Pfeilern gekrönte Obeliskengrab über dem Bab asSiq-Triklinium, einem nabatäischen Versammlungsraum aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.


DER INNERE SIQ

Der weitere Weg führt uns zum Inneren Siq (“Schacht”). Hierbei handelt es sich um jene legendäre Schlucht mit bis zu 200 Meter hohen Felswänden.

Diese bildet seit alters her den repräsentativen Hauptzugang zu Petra und erstreckt sich über etwa 1,2 Kilometer bis zum bereits erwähnten “Schatzhaus”, auch bekannt als “Treasury Al-Khazneh”.


Mulmige Momente

Die extrem enge Schlucht ist gesäumt von natürlichen, oft bizarren Felsformationen, die im Laufe der Jahrtausende durch Erosion geformt wurden. Ein wenig mulmig wird einem schon, wenn man dort hindurchspaziert.

Da die mächtigen Steinwände steil emporragen und damit den Blick auf den Himmel fast verdecken, herrscht hier eine faszinierende, aber auch leicht beklemmende Atmosphäre.

Nur an breiteren Stellen kann die Sonne voll in die Schlucht eindringen und  auf den Felswänden interessante Licht- und Schattenspiele kreiiren.

Interessant sind hier die verschiedenen Maserungen im Gestein.

Wichtig zu wissen: Auch wenn Sie mehrere Pferdekutschen am Eingang entdeckt haben, so ist die Kutschfahrt nur auf den ersten Teil des Siq beschränkt. Den Großteil der Strecke muss man nun mal zu Fuß zurücklegen – was angesichts der wecheslenden Landschaft ein reines Vergnügen ist!


Sehenswürdigkeiten

Neben ihrer natürlichen Schönheit beherbergt die Schlucht auch einige kulturelle Attraktionen, wie die Fragmente eines lebensgroßen Kamelkarawanen-Reliefs. Außerdem können Sie zahlreiche Gottessymbole und mehrere kleine, in den Felsen gemeißelte Schreine und Gedenksteine entdecken.

Auf beiden Seiten der Felsschlucht sieht man noch die Reste der antiken oberirdischen Wasserleitungen, die früher abgedeckt waren.

Diese Kanäle garantierten den Bewohnern eine sichere Wasserversorgung – eine wesentliche Voraussetzung für Blüte und Wachstum von Petra.

Das damals höchst komplexe Wasserversorgungssystem, das mehr als 200 Zisternen umfasste, speiste sich dabei aus allen bekannten Wasserquellen im Umkreis von mehr als 25 Kilometern.

Heute sind die Kanäle und Flussbetten vertrocknet (“Wadis”)…


Die enge Verbindung von Fels und Wasser ließ die Legende entstehen, Petra sei der Ort gewesen, an dem Moses beim Exodus des Volkes Israel aus Ägypten mit dem Schlag seines Stabes eine Quelle aus dem Stein habe sprudeln lassen. Die Region um Petra und die nahegelegene Siedlung tragen daher den Namen Wadi Musa („Mosestal“).


Schatzhaus des Pharaos

Nach einem Spaziergang durch den Siq verengt sich die Schlucht ein letztes Mal, bevor man aus der Dämmerung auf einen breiten Platz hinaus tritt.

Schon von Weitem kann man erkennen, dass am Ende der Felsspalte etwas Außergewöhnliches, ja sogar etwas unglaublich Faszinierendes, zutage tritt.

Und dort steht es vor uns: das weltberühmte “Schatzhaus des Pharaos” (Al-Khazneh), eines der bekanntesten und am meisten fotografierten Bauwerke in Petra.

Eigentlich ist der Name irreführend, denn in diesem Gebäude wurden nie irgendwelche Kostbarkeiten aufbewahrt. Allgemein wird stattdessen angenommen, dass das Gebäude als Mausoleum diente.

Das fast 40 Meter hohe, in den rötlichen Sandsteinfelsen gehauene Bauwerk, ist ein hervorragendes Beispiel der nabatäischen Architektur. Die Fassade mit korinthischen Säulen, aufwändig gestalteten Kapitellen sowie Reliefdarstellungen von Götter-, Tier- und mythologischen Figuren, ist besonders imposant.

Zum Glück ist dieses Monument bis heute größtenteils unversehrt geblieben. Eigentlich ein Wunder, wenn man bedenkt, dass das Gebäude in einem trockenen, wüstenartigen Klima steht und dem Einfluss von Wind, Feuchtigkeit und mitunter auch Erdbeben ausgesetzt ist.


DER ÄUSSERE SIQ

Hinter dem Schatzhaus öffnet sich die Schlucht zum Äußeren Siq bzw. zur “Straße der Fassaden”.

Die Bezeichnung kommt nicht von ungefähr, denn hier sind zahlreiche antike Grabmäler wie in einer Häuserreihe in den Sandstein gemeißelt.

Die Fassaden weisen oft vermischte nabatäische, griechisch-hellenistische und römische Einflüssen auf, und zwar in ein und demselben Bauwerk.

Schlichte und strenge Formen wechseln sich mit üppig verzierten Elementen ab.


Hoher Opferplatz

Nach etwa 300 m weitet sich die Schlucht zu einem breiten Tal. Doch das ist nicht unser Ziel. Wir möchten den “Hohen Opferplatz” besichtigen, hoch oben auf den Gipfel des Jebel Attuf. 

Dazu müssen wir allerdings erst einmal über einen schmalen Pfad und viele steile Treppenstufen hinauf steigen. Alles kein Problem – allerdings sind wir schon ein wenig neidisch auf den jungen Jordanier, der uns auf einem Esel ganz cool überholt …

Oben angekommen, schreitet man durch den antiken Eingang zum Heiligen Bezirk.  Von dort gelangt man schließlich auf ein erhöhtes, rechteckiges Plateau.

Archäologen gehen davon aus, dass der “Hohe Opferplatz” für religiöse Rituale genutzt wurde, zumal sich in seiner Mitte eine kleine runde Opferplattform befindet.

Hier haben die Nabatäer offenbar ihren Göttern Opfergaben dargebracht. Da Petra aber auch ein wichtiger Handelsknotenpunkt war, könnten hier auch Handelsvereinbarungen stattgefunden haben.

Allein der Blick von hier auf die umliegende Felsenlandschaft ist den anstrengenden Aufstieg wert. Beim Abstieg wird dieser Ausblick jedoch noch getoppt.


Aussicht auf Petra

Wenn Sie auf halber Höhe die Treppe verlassen, gelangen Sie zu einem Aussichtspunkt. Dort liegt einem der gesamte Talkessel von Petra zu Füssen.


Römisches Theater

Im Zentrum des Tals liegt das Römische Amphittheater. Die Stadt der Nabatäer war folglich nicht nur ein Bestattungsort, sondern auch ein beliebter Platz für kulturelle Veranstaltungen.

Zwischen 7.000 und 8.500 Menschen fanden auf den 40 Rängen Platz, die – wie alles in Petra – direkt aus dem Fels geschlagen wurden. Nur die Bühne wurde gemauert.

Das Theater entstand im frühen 1. Jahrhundert n. Chr, als der römische Einfluss zunahm. Interessant ist die Kombination aus einem typisch römischen Theaterstil und der nabatäischen Bauweise. Man beachte auch hier wieder die faszinierenden Farbschattierungen auf den Steinen und Felsen.


Talkessel von Petra

Direkt neben dem römischen Theater, also im Talkessel von Petra, befinden sich einige Cafés und Restaurants. Dort kann man sich von den Gehstrapazen erholen – umgeben von zahlreichen Eseln und Kamelen.

Doch für uns dauert die Verschnaufpause nicht allzu lange. Eine Vielzahl von weiteren Attraktionen liegt noch vor uns.

Also “los geht’s”… quer durch das Tal zur nächsten Überraschung!


Die Königsgräber

Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von imposanten Fassadengräbern und Grabmonumenten. Obwohl sie aufgrund ihrer Größe und Ausschmückung als “Königsgräber” gedeutet werden, ist die genaue Identität der dort bestatteten Personen unbekannt.

Über mehrere Treppen gelangt man schließlich auf das Felsplateau, auch “Königswand” genannt. Dort reihen sich 13 monumentale, aus dem Sandstein des Jabal al-Khubtha Felsmassivs herausgeschlagene Grabmale aneinander.

Den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt das Urnengrab (Foto unten) mit seinen riesigen Eckpfeilern und Halbsäulen sowie einer mehrstöckigen, von einem mächtigen Giebel bekrönten Fassade.

Namensgebend war die kleine urnenförmige Verzierung im Giebelbereich der Fassade. Die drei fensterartigen Vertiefungen im oberen Bereich zwischen den Halbsäulen sind Grabnischen.


Das hier abgebildete Palastgrab ist das größte Grabmal in Petra.

Es besteht aus einem Hauptgebäude mit einem beeindruckenden Portikus.

Sehenswert ist auch die große Grabkammer im Innern, die ein besonders buntes Farbenspiel des Sandsteins zeigt.


KOLONNADENSTRASSE

Folgt man dem Wadi Musa westwärts gelangt man zunächst zur breiten und gut ausgebauten römischen Kolonnadenstrasse “Cardio Maximus”. 

Dieser prächtige “Boulevard” durchzog einst den Kern der antiken Stadt. Rechts und links kann man noch die Ruinen, Säulen und Fundamente der ehemaligen Häuser, Paläste, Tempel, Läden und Markthallen besichtigen.


Großer Tempel

Noch weiter westlich davon erheben sich die kolossalen Überreste des Großen Tempels, dahinter die ehemaligen Bäder. Es wird angenommen, dass das gesamte Areal für die Anbetung von nabatäischen Gottheiten genutzt wurde.

Allerdings ist auch möglich, dass römische und griechische Götter ebenfalls verehrt wurden, da die Nabatäer eine synkretistische Religion praktizierten.


Temenos-Tor

Das dreiteilige,noch in Fragmenten erhaltene Temenos-Tor am westlichen Ende der Kolonnadenstrasse wurde im Jahr 114 v. Chr. zu Ehren Kaiser Trajans errichtet.

Es diente zugleich als Triumpbogen und als Eingangstor in den Tempelbezirk.

Heute versuchen Schauspieler in nabatäischen Rüstungen mit diversen Unterhaltungsprogrammen die damalige Zeit aufleben zu lassen.


Tempel Qasr al-Bint

Der gewaltige Haupttempel in der antiken Stadt war wohl der Gottheit Dushara (“Herr des Berges”), dem Schutzgott von Petra, gewidmet.

Der “Qasr al-Bint”-Tempel ist Petras einziges völlig frei stehendes Bauwerk. Im Vergleich zu vielen anderen Gebäuden ist diese Ruinen-Stätte  noch recht gut erhalten.


AUFSTIEG ZUM KLOSTER “AD-DEIR”

Als Nächstes steht mal wieder ein schweißtreibender Aufstieg an! Über Stock und Stein wandert man über steile Felsberge des Wadi Ad-Deir, über engen Gehwegen direkt neben der Schlucht.

Unterwegs wird man durch geradezu grandiose Ausblicke auf die dramtische Felslandschaft belohnt. Allerdings ist dies nichts für Menschen mit Höhenangst!

822 Treppenstufen führen bis zum Kloster hinauf. Hierfür sollten Sie ca. 45 bis 60 Minuten einplanen.

Zum Glück gibt’s genügend Schatten während unserer “Trekking Tour”. Auch kann man an diversen “Zelt-Stationen” Erfrischungen kaufen.

Während des Aufstiegs sollte man beim etwas abseits gelegenen “Triklinium der Löwen” Halt machen. Auch das ist eine interessante archäologische Stätte in der antiken Stadt Petra.

Es handelt sich um ein Felsengrab, das seinen Namen von den Löwenreliefs auf der Fassade ableitet. Das aufwendig gestaltete Eingangstor sieht aus wie ein großes Schlüsselloch.


HIGHLIGHT: DAS KLOSTER “AD-DEIR”

Majestätisch erhebt sich das Kloster “Ad-Deir” auf einer Hochebene, etwa 800 Meter über dem Hauptteil der antiken Stadt. Das Bauwerk ist neben dem “Schatzhaus” das beeindruckendste Monument in Petra – eine wahre Meisterleistung der nabatäischen Architektur.

Ebenso wie die meisten Bauwerke in Petra wurde das Kloster direkt in den rosafarbenen Sandsteinfelsen gehauen und ähnelt somit dem “Schatzhaus des Pharaos”.

Allerdings ist “Ad-Deir” erheblich größer, denn es misst etwa 47 Meter in der Breite und 48 Meter in der Höhe. Alleine die Urne über dem Kapitell ist gigantische 9 Meter hoch.

Es wird vermutet, dass dieses Bauwerk einst ein Grabmal oder ein Tempel war. Spätere Berichte deuten jedoch darauf hin, dass es im 3. bis 4. Jahrhundert n. Chr. von christlichen Mönchen als Kloster genutzt wurde.

Von dem Plateau kann man  fantastische Ausblicke auf die Landschaft mit ihren Schluchten und Wadis genießen. Und wie überall in der antiken Stadt, finden sich auch hier eine ganze Menge süßer Katzen, die es sich auf den sonnenwarmen Felsen gutgehen lassen.


PETRA: WELTWUNDER DER MODERNE

Seit jeher wird das antike Felswunder von Petra von Dichtern und Malern gewürdigt. Hier sehen Sie ein Gemälde des Klosters “Ad-Deir”, irgendwann zwischen 150 v. Chr. bis 105 n. Chr. Festgehalten vom britischen Maler David Roberts.

Übrigens: Bei einer feierlichen Gala in Lissabon am 7. Juli 2007 wurde Petra in einer weltweiten Online-Abstimmung, an der fast 100 Millionen Menschen teilnahmen, zu einem der „Neuen Sieben Weltwunder“ gewählt.

Die anderen sechs sind: Taj Mahal (Indien), Die Chinesische Mauer, Chichen Itza (Mexiko), Machu Picchu (Peru), Das Kolosseum (Italien) und Christusstatue (Brasilien).


Unser Fazit:

Die UNESCO-Weltkulturerbestätte Petra ist ein herausragendes Beispiel für die Kunst der nabatäischen Architektur und Kultur, die vor mehr als 2.000 Jahren blühte.

Die Kombination aus grandiosen Baudenkmälern und einer einmaligen Gebirgslandschaft macht Petra zu einer der fantastischsten Ruinenstätten der Welt. Ich bin sicher: Wer diese antike Felsenstadt einmal gesehen hat, wird sie definitiv nie vergessen!


© Text & Fotos: Jörg Baston


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Information

LAGE:
Etwa 230 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman bzw. 125 Kilometer nördlich von Akaba.