Sultan-Ahmed-Moschee – Die “Blaue Moschee”

Die „ Sultan-Ahmed-Moschee“ in Istanbul, auch als „Blaue Moschee“ bekannt, zählt zu den prachtvollsten Wahrzeichen der Stadt. Mit ihrer majestätischen Kuppellandschaft und den sechs schlanken Minaretten prägt sie zusammen mit der Hagia Sophia eindrucksvoll die Skyline Istanbuls. Im Inneren entfalten die leuchtend blauen Iznik-Fliesen eine einzigartige, schnell feierliche Atmosphäre.

Äußerlich besticht die Moschee durch ihre gleichermaßen harmonische und monumentale Erscheinung. Besonders markant sind die sechs schlanken Minarette. Diese erheben sich majestätisch in den Himmel und prägen die Silhouette der Altstadt von Istanbul. Eine Seltenheit, denn die meisten osmanischen Moscheen verfügen über vier oder weniger Minarette.

Die kunstvoll gestaltete Kuppelanlage wird von einer mächtigen zentralen Hauptkuppel dominiert, die von vier Halbkuppeln und mehreren kleineren Nebenkuppeln umrahmt wird. Sie vermittelt trotz ihrer Größe ein beeindruckendes Zusammenspiel von Leichtigkeit und Stabilität.

Die helle Natursteinfassade wird durch zahlreiche Spitzbogenfenster, elegante Bögen und fein gearbeitete Gesimse gegliedert. Ein besonderes Highlight ist der weitläufige Innenhof, der von Arkadengängen mit kleinen Kuppeln gesäumt wird und die monumentale Wirkung des Bauwerks noch unterstreicht.

Ihr in Europa gebräuchlicher Beiname „Blaue Moschee“ verdankt die Sultan-Ahmed-Moschee im Übrigen den rund 20.000 handgefertigten blau-weißen Fliesen, die die Kuppel und den oberen Teil der Wände zieren. 

Der Innenhof der Sultan-Ahmet-Moschee beeindruckt mit seiner großzügigen Weite und der harmonischen Symmetrie der Architektur. Eine elegante Arkadengalerie umrahmt den rechteckigen Hof, ihre filigranen Bögen ruhen auf schlanken Marmorsäulen. In der Mitte steht ein achteckiger, überdachter Brunnen, der einst für die rituellen Waschungen der Gläubigen diente.

Die klare Gliederung des Hofes schafft eine Atmosphäre der Ruhe und leitet den Besucher sanft aus dem lebhaften Treiben der Stadt in die spirituelle Welt der Moschee über.


Zentrale Gebetshalle

Das Innere der „Blauen Moschee“ entfaltet ein geradezu überwältigendes Zusammenspiel aus Licht, Farbe und filigraner Ornamentik. Zahlreiche große Fenster durchfluten den Raum mit Tageslicht und verleihen ihm schnell eine ätherische Helligkeit. Fein gearbeitete Arabesken, kunstvolle Kalligraphien mit Koranversen und vergoldete Details ergänzen die harmonische Verbindung von Architektur und Dekoration. 


Hauptkuppel

Mit einem Durchmesser von rund 23,5 Metern und einer Höhe von etwa 43 Metern über dem Boden wirkt die Hauptkuppel sowohl mächtig als auch elegant. Ihr Inneres wird von harmonisch geschwungenen Formen geprägt, die den Blick sanft nach oben führen, bis hin zum zenitalen Lichtpunkt, durch den das Tageslicht in die Moschee fällt.

Die Kuppel ist reich verziert: feine, symmetrische Ornamente, geschwungene Kalligraphie und florale Muster in Blau-, Gold- und Rottönen schaffen eine ruhigere Atmosphäre. Die kunstvollen Iznik-Fliesen, für die die Moschee weltberühmt ist, setzen sich in den unteren Kuppelbereichen fort und verleihen dem gesamten Raum eine Wärme und Tiefe.

Trotz ihrer Größe wirkt die majestätische Leichtigkeit und schwebt, getragen von vier monumentalen Pfeilern, die wegen ihrer Form als „Elefantenfüße“ bekannt sind.


Glasfenster

Zahlreiche große Glasfenster lassen spektakuläres Tageslicht in den Raum einfallen. Insgesamt verfügt die Moschee über mehr als 250 Fenster, von denen viele mit kunstvollen, farbigen Glasarbeiten verziert sind. Die Glasfenster stammen überwiegend aus der osmanischen Blütezeit des 17. Jahrhunderts und wurden in feinster Handarbeit gefertigt.

Die Muster der Fenster zeigen häufig florale Ornamente, stilisierte Tulpen, Lilien und Ranken, die typisch für die osmanische Kunst sind. Arabesken, Kalligraphien mit Koranversen und vergoldete Details ergänzen das gelungene Zusammenspiel aus Architektur und Dekoration.


Exkurs: Iznik-Fliesen

„Iznik-Fliesen“ sind kunstvoll verzierte Keramikfliesen, die ihren Ursprung in der türkischen Stadt İznik haben. Sie gelten als ein Höhepunkt der osmanischen Kunst und Architektur des 16. und 17. Jahrhunderts. Typisch für diese Fliesen sind ihre leuchtenden Farben – vor allem Kobaltblau, Türkis, Rot und Grün – sowie die glasierte Oberfläche, die einen sanften Glanz erzeugt.

Die entsprechenden Muster zeigen oft stilisierte Blumen wie Tulpen, Nelken und Rosen, aber auch Ranken, Arabesken und geometrische Ornamente. Viele osmanische Moscheen und Paläste, darunter auch der Topkapi-Palast (siehe Reisebericht), sind reich mit diesen Fliesen geschmückt. 


Fazit

Ein Besuch der Blauen Moschee in Istanbul hinterlässt bei dem westlichen Besucher den Eindruck zeitloser Schönheit. Zwischen der majestätischen Kuppelarchitektur, den berühmten leuchtenden blauen Iznik-Fliesen und dem durch die farbigen Glasfenster fallenden Licht spürt man die Praxis der osmanischen Baukunst. 

Ein Besuch der Blauen Moschee ist für jeden kulturell interessierten Istanbul-Reisenden ein absolutes Muss. 


© Text & Fotos: Nathalie Gütermann/Jörg Baston